Es geht mir gut, ohne dich.

 

Haben wir nicht alle solch eine Vergangenheit?

Haben wir nicht alle einen Menschen, für den wir bis ans Ende der Welt gegangen wären?

Und hat dieser Mensch dich ebenfalls so tief verletzt, dass du erst einmal lange Zeit brauchtest um wieder vertrauen zu können?  Um wieder den Menschen da draußen eine Chance geben zu können?

Ja!

Jeder von uns wurde schon einmal so sehr enttäuscht, dass wir gehen mussten…

Wir mussten einen Punkt setzen.

Ich ging vor acht Jahren. Nicht weil ich gehen wollte, sondern weil die Person mich gehen ließ.

Damals hätte ich nie gedacht, dass ich es schaffen würde. Schaffen, ohne diesen Menschen. Diese Person gab mir Halt, gab mir Hoffnung auf Zukunft. Mein ganzes Leben drehte sich um die Person, so dass ein Leben ohne diesen Menschen zunächst unvorstellbar erschien.

Vielleicht fragst du dich, warum ich dann gehen musste. Nun, ich habe mir eingeredet, dass es mir gut ging mit diesem Menschen. Ich habe negative Aspekte ausgeblendet und alles „schön“ geredet. Somit hatte ich buchstäblich die rosarote Brille an.

Selbst schuld, ich weiß – und deshalb ging ich. Doch der Alltag war mit einem Mal anders. Ich musste lernen den Tag neu zu strukturieren. Ohne diesen Menschen.

Wenn es mir schlecht ging – rief ich die Person nicht mehr an.

Wenn es mir gut ging – rief ich die Person nicht mehr an.

Das alles war ungewohnt. Durch die Ungewohntheit kam die Einsamkeit.

Zunächst schleichend – dann traf sie mich mit voller Wucht. Ich stand vor der Wahl – Depressionen oder Neuanfang.

Was damals für viele unmöglich erschien – ich entschied mich für einen Neuanfang.

Ich zog weg. In eine mir unbekannte Stadt. Ohne Freunde. Ohne Job.

Ohne Zukunft? Nein!

Nach und nach entstand meine neue Welt, mein neues Leben. Ich war in dieser Zeit gefühlte tausend Mal am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Ich dachte ich schaffe das alles nicht.

Doch ich gab nicht auf. Ich sah mit meinem inneren Auge etwas, was andere noch nicht sehen konnten.

Ich sah die Zukunft. Neue Freunde. Neue wichtige Menschen. Neue Hoffnung. Neuen Sinn.

 

Heute, acht Jahre später und 800 km weiter, geht es mir gut.

Ich habe einen Menschen an meiner Seite, der mich über alles liebt. Ich habe einen Job, der mir Spaß macht.

Ich habe Freunde, die mit mir bis ans Ende der Welt gehen würden.

Hätte ich damals aufgegeben, hätte ich MICH aufgegeben, ich würde nie erfahren, wie wundervoll mein Leben sich entwickelt hätte.

Ja ich kann sagen, dass ich mit mir im Reinen bin. Ich habe Frieden geschlossen, Frieden mit meiner Vergangenheit. Nicht für die Person aus meiner Vergangenheit – sondern für mich, damit ich das Wunder dieses Lebens empfangen konnte.

Das Wunder dieses Lebens ist, dass alles zum Guten kommt.

Man muss es nur zulassen.

Alles was uns passiert, passiert damit wir es in der Zukunft besser haben.

Ich bin das beste Beispiel dafür…

Und Du mit Sicherheit auch!

Sei stark, denn eines Tages wirst auch du sagen können:

 

Es geht mir gut, ohne dich!

 

 

 

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

You Might Also Like