Zeit heilt Wunden…

Ich gehöre zu den Menschen, die für jeden Einzelnen immer einen Rat oder ein gutes Wort finden. Man könnte meinen, ich sei weit über 70 und voller Lebenserfahrung. Keineswegs, ich bin knapp über 30 aber ich besitze die Fähigkeit mich in meine Gesprächspartner hinein zu fühlen und so die richtigen Worte zu finden.

Man könnte dies mit einem Arzt vergleichen, der jeden Tag versucht seinen Mitmenschen Gutes zu tun, ihre Schmerzen zu lindern.

Doch was ist, wenn dieser Arzt selbst eines Tages krank wird, wer hilft ihm dann?

Wie geht er mit seinen Schmerzen um?

So erging es mir. Stets bewaffnet mit einem Rat oder einem aufmunternden Wort wurde ich eines Tages schwer verletzt. Getroffen mitten ins Gesicht mitten ins Herz und mitten in meine zart besaitete Seele. Und da lag ich am Boden schockiert über den betäubenden Schmerz. Unfähig zu verstehen, was gerade passierte.

Wer mir auf meiner Seite folgt weiß, dass ich diese Seite erst seit ca. einem Jahr betreibe und noch einen weiten Weg vor mir habe, wenn ich wirklich eine gute Bloggerin werden möchte. In der Tat tue ich dies, weil ich gerne schreibe. Weil ich gerne ausspreche, was mir auf dem Herzen liegt. Vielleicht, so dachte ich, erreiche ich Menschen da draußen und schenke ihnen Mut und Kraft weiter zu machen. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als im Leben stehen zu bleiben und sich aufzugeben.

Meine Leser haben bestimmt bemerkt, dass ich seit ca. einem halben Jahr komplett verschwunden bin.

Ja.

Weil ich am Boden lag. Was mir passierte ist hier in der Tat unwichtig, Fakt ist, dass ich unerwartet mitten auseinander gerissen worden bin. Für einen kurzen Moment wollte ich mein Leben nicht mehr. Welcher dumme Gedanke, nicht wahr? Aber wenn man am Boden liegt, dann schießen einem unterschiedliche Gedanken in den Kopf.

Ich entschied mich aber für das Leben.

Und so begann ein langer Prozess der Heilung. Ich bin noch weit von der vollkommenen Heilung entfernt, doch Gott sei Dank bin ich nicht mehr am Tag meiner Verwundung.

Ich habe überlebt und das zeigt doch, wie stark ein Mensch sein kann.

Nachdem ich aus meiner schmerzhaften Betäubung aufgewacht bin, stellte ich mir die Frage: Heilt die Zeit unsere Wunden?

Manche Menschen sagen, die Zeit würde Wunden nicht heilen. Man lernt nur damit zu leben.

Andere wiederrum sagen, dass Zeit sehr wohl Wunden heilt.

Was denn nun, habe ich mich gefragt?

Als ich mich für das Leben entschied, entschied ich mich, dass ich geheilt werde.

Aber wie? – Ich fand die Antwort auf meine Frage.

 

Indem wir Gott erlauben uns zu heilen.

 

Ich muss einige Atheisten jetzt wahrhaftig enttäuschen.

Wir Menschen müssen Gottes Heilung in unser Herz hineinlassen.

Wir müssen es ihm erlauben, ihm die Chance geben.

Tun wir das nicht, lernen wir damit zu leben und sprechen von Wunden, die nicht heilen. Ohne Gott heilt die Zeit keine Wunden, wir lernen damit zu leben. Aber leben wir dann? Oder existieren wir einfach so vor uns hin?

Ich wollte so nicht leben, ich will so nicht leben. Ein Leben voller Schmerz, voller Erinnerungen.

Gott verlangt oft Vieles von uns ab und es wird bestimmt der Moment kommen, wenn er tief in mein Unterbewusstsein spricht: „Lina, du musst vergeben!“

Ich habe jetzt schon Panik vor diesem Tag, denn Vergebung ist schwer.

Aber sie ist unabdingbar.

Wunden heilen, wenn wir Gott erlauben uns zu heilen und wenn wir lernen zu verzeihen.

Das alles geschieht nicht von heute auf morgen. Aber es wird geschehen. Und es lohnt sich definitiv bis dahin weiter zu machen.

Egal wie lange ich diesen Weg gehen werde, egal wie lange dieser Prozess dauern wird, ich bin voller Vertrauen, dass die Heilung eines Tages abgeschlossen sein wird.

 

Was habe ich denn zu verlieren? – Nichts.

Ich schicke jedem Menschen auf dieser Welt Wärme, Liebe und Kraft. Jeder, der da draußen gerade mit großen Wunden zu kämpfen hat, seid gewiss, Heilung wird kommen! Egal wie lange es dauern wird, sie wird kommen!

 

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.„

Johannes 3,16

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